WAAM - Bildbasierte Prozessüberwachung: Unterschied zwischen den Versionen

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==Echtzeit Überwachung des Schweißabstands==  
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... als indirekte Methode zur Erfassung der Schweißraupenhöhe. Der gesuchte Abstand setzt sich zusammen aus der Schweißdrahtlänge und einem konstanten nicht sichtbaren, durch die Kamerakalibrierung aber bekannten Anteil.
... als indirekte Methode zur Erfassung der Schweißraupenhöhe. Der gesuchte Abstand setzt sich zusammen aus der Schweißdrahtlänge und einem konstanten nicht sichtbaren, durch die Kamerakalibrierung aber bekannten Anteil.
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File:Waam_monitoring.JPG|Schweiß-Kamera im Abstand von 20cm zum Schweißgerät.
File:Waam_monitoring.JPG|Schweiß-Kamera im Abstand von 20cm zum Schweißgerät.
File:Schweißabstand.png|Schweiß-Kamera Aufnahme während des Prozesses. Schweißabstand (rot).
File:Schweißabstand.png|Schweiß-Kamera Aufnahme während des Prozesses. Schweißabstand (rot).
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===Wie?===
===Wie?===
... mit Hilfe eines Daten getriebenen Ansatzes. Ein Machine-Learning Verfahren, speziell geeignet für semantische Segmentierung, wurde auf Schweißkamera Bilder adaptiert um den Schweißdraht in seiner Form und Position zu erkennen. Da der Draht verfahrensbedingt regelmäßig in das Schmelzbad taucht um einen Kurzschluß auszulösen, lässt sich dem entsprechend der Abstand aus den längsten Drahtlängen ableiten.
... mit Hilfe eines Daten getriebenen Ansatzes, d.h. mit Methoden des Machine Learning. Ein neuronales Netzwerk, speziell geeignet für semantische Segmentierung, wurde auf Schweißkamera Bilder adaptiert und trainiert um den Schweißdraht in seiner Form und Position zu erkennen. Da der Draht verfahrensbedingt regelmäßig in das Schmelzbad taucht um einen Kurzschluß auszulösen, lässt sich dem entsprechend der Abstand aus den längsten Drahtlängen ableiten.
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[[File:Draehte_erkannt.png|300px|right|thumb|Erkannte Drähte und abgeleitete Informationen (Länge und Schwerpunkt).]]
File:Draehte.png|Verschiedene Schweißdrahtrepräsentationen.
 
File:Draehte_erkannt.png|Erkannte Drähte und abgeleitete Informationen (Länge und Schwerpunkt).
 
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===Resultat:===
Es wurde eine Prozessregelung aufgebaut, welche auf Basis der Drahtlängenmessung die Drahtvorschubgeschwindigkeit so anpasst, dass Unregelmäßigkeiten in der Schweißraupenhöhe ausgeglichen werden. Dadurch lassen sich Bauteile mit verbesserten Materialeigenschaften und höherer Geometrietreue drucken. Ebenso ist es dadurch möglich komplizierte Geometrien beispielsweise mit Überhängen zu drucken, was ohne Regelung nicht möglich ist. Gänzlich vermeiden lassen sich lokale Materialanhäufungen nicht, denn prozessbedingt wird beispielsweise beim Kreuzen von Schweißraupen die Untere nicht vollständig aufgeschmolzen.
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File:Draehte.png|Verschiedene Schweißdrahtrepräsentationen.
File:Draehte_erkannt.png|Erkannte Drähte und abgeleitete Informationen (Länge und Schwerpunkt).
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==Detektion von Spratzern==
==Detektion von Spratzern==
Spratzer sind ein Indikator für einen destabilisierten Schweißprozess. Sie deuten auf falsche Maschinenparametereinstellung, einen zu großen Schweißabstand bzw. Depositionsdeffekte hin.
Spratzer sind ein Indikator für einen destabilisierten Schweißprozess. Sie deuten auf falsche Maschinenparametereinstellung, einen zu großen Schweißabstand bzw. Depositionsdeffekte hin.

Version vom 17. November 2022, 08:12 Uhr

Ein stabiler Lichtbogenschweißprozess ist entscheidend um qualitativ hochwertige Bauteile zu produzieren. Der WAAM Prozess ist charakterisiert durch komplizierte physikalische, chemische, thermische und metallurgische Eigenschaften. Eine ungeeignete Parametrisierung führt zu einer Reihe von mikro- und makroskopischen Defekten wie Porenbildung, Spratzer, Oxidation, etc. welche besonders in einer ungleichmäßigen Schweißraupenhöhe kulminieren. Dies überträgt sich auf die nächste Schicht und verändert dadurch den Schweißabstand somit den Lichtbogenschweißprozess. Je komplexer die zu fertigenden Bauteile sind, desto schwieriger ist es, vorab eine geeignete Parametrisierung (Schweißgeschwindigkeit, Drahtvorschub, etc.) festzulegen um eine gleichmäßige Form der Schweißraupen zu garantieren. Herkömmlichen WAAM-Systemen fehlt eine schichtinterne Materialauftragskontrolle und das "Einfahren" einer Anlage auf bestimmte Bauteile ist daher zeitaufwendig und somit teuer. Bestimmte Bauteile können auf Grund ihrer komplexen Geometrie u.U. überhaupt nicht gedruckt werden. Um WAAM vielseitiger in der Fertigung einsetzen zu können, wurden auf Basis von Bilddaten einer Schweißkamera Algorithmen entwickelt, welche Unregelmäßigkeiten während des Schweißens detektieren können und darauf aufbauend Kompensationsstrategien ermöglichen.

Echtzeit Überwachung des Schweißabstands

... als indirekte Methode zur Erfassung der Schweißraupenhöhe. Der gesuchte Abstand setzt sich zusammen aus der Schweißdrahtlänge und einem konstanten nicht sichtbaren, durch die Kamerakalibrierung aber bekannten Anteil.

Wie?

... mit Hilfe eines Daten getriebenen Ansatzes, d.h. mit Methoden des Machine Learning. Ein neuronales Netzwerk, speziell geeignet für semantische Segmentierung, wurde auf Schweißkamera Bilder adaptiert und trainiert um den Schweißdraht in seiner Form und Position zu erkennen. Da der Draht verfahrensbedingt regelmäßig in das Schmelzbad taucht um einen Kurzschluß auszulösen, lässt sich dem entsprechend der Abstand aus den längsten Drahtlängen ableiten.

Resultat:

Es wurde eine Prozessregelung aufgebaut, welche auf Basis der Drahtlängenmessung die Drahtvorschubgeschwindigkeit so anpasst, dass Unregelmäßigkeiten in der Schweißraupenhöhe ausgeglichen werden. Dadurch lassen sich Bauteile mit verbesserten Materialeigenschaften und höherer Geometrietreue drucken. Ebenso ist es dadurch möglich komplizierte Geometrien beispielsweise mit Überhängen zu drucken, was ohne Regelung nicht möglich ist. Gänzlich vermeiden lassen sich lokale Materialanhäufungen nicht, denn prozessbedingt wird beispielsweise beim Kreuzen von Schweißraupen die Untere nicht vollständig aufgeschmolzen.


Detektion von Spratzern

Spratzer sind ein Indikator für einen destabilisierten Schweißprozess. Sie deuten auf falsche Maschinenparametereinstellung, einen zu großen Schweißabstand bzw. Depositionsdeffekte hin.