Additiv gefertigter Kühlkörper

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Funktionsintegration mittels LPBF-Verfahren

Um den Wärmetransport eines Luftkühlkörpers zu erhöhen, wurde durch die Firma Toolcraft eine PHP in einen additiv gefertigten Kühlkörper integriert. Zunächst wurden mögliche Pulver­materialien die dazugehörigen Anlage­peripherien nach den Eigenschaften für einen Kühlkörper identifiziert und gegenübergestellt. Für eine initiale AM-Fertigung wurde sich für den Werkstoff Scalmalloy entschieden. Der Werkstoff Scalmalloy ist eine in der Luft- und Raumfahrt entwickelte Aluminiumlegierung mit dem chemischen Kurznamen AIMg4,5Sc0,7Zr0,3. Mittels der Legierungselemente Magnesium, Scandium und Zirkonium werden deutlich verbesserte Festigkeits­eigenschaften im Vergleich zu konventionellen Legierungen erreicht. Die Legierung weist sowohl eine gute Schweißbarkeit wie auch Korrosions­beständigkeit auf. Aufgrund der geringen Dichte und den relativ hohen Festigkeits­werten in Zusammenhang mit einer guten Zähigkeit sind Bauteile aus Scalmalloy besonders für Anwendungen im Motorsport, dem Automobilbau und für Anwendungen in der Luft- und Raumfahrt geeignet. Scalmalloy besitzt eine Wärme­leit­fähigkeit nach der entsprechenden Wärme­behandlung von 83,2 𝑊𝑊/𝐾𝐾𝐾𝐾. Der Kühlkörper wurde wie in Abbildung .. dargestellt für den ersten AM-Druck segmentiert. Das Segment enthält insgesamt drei Kühlstränge.

🚧 ❬Abbildung (Freigabe von Siemens erforderlich)

In der Designphase wurden mehrere Varianten für Geometrien von Kühlkanälen vorgeschlagen und diskutiert. Abbildung .. zeigt zylindrische und eine zylindrisch-kegelförmige Geometrie. Zweiteres hat zur Folge, dass die Prozess­stabilität hinsichtlich Fertigung und Entpulverung des Bauteils erhöht wird und ggf. Agglomerationen von nicht vollständig aufgeschmolzenem Pulver reduziert werden können. Für die erste Fertigung wurde diese Optimierung noch nicht berücksichtigt.

🚧 ❬Abbildung (Freigabe von Siemens erforderlich)

Nach der Designphase und der konstruktiven Daten­aufbereitung folgt das Pre-processing. Hier werden die Bauteil­orientierung, Stützkonturen, Material, Parameter und Zuweisung der AM-Anlage definiert. Anschließend folgt die AM-Prozess­simulation. Die Daten werden über den Build Prozessor auf die Anlage transferiert und die Fertigung startet. Nach dem AM-Druck erfolgt das Entpacken und Entpulvern des Bauteils. In diesem Prozess­schritt wird das Bauteil von überschüssigen Restpulver befreit, darauf wärmebehandelt und von der Substratplatte getrennt. Die Stützkonturen am In- und Outlet werden entfernt und die AM-Fläche manuell überschliffen. Abbildung .. stellt den Kühlkörper projiziert auf der Substratplatte dar.

🚧 ❬Abbildung (Freigabe von Siemens erforderlich)

Die Ergebnisse der Messreihe (Abbildung ..) zeigen die Temperatur­differenz über die Länge der Kühlrippe. Wenn sich kein Fluid in den PHP-Kanälen befindet, stellt sich entlang der Rippe ein Temperatur­unterschied von 34 K ein. Wenn die Kanäle mit 2 g Ethanol befüllt sind, stellt sich aufgrund der Heizquelle eine selbst­oszillierende Zweiphasen­strömung ein. Dadurch reduziert sich der Temperaturunterschied auf 10 K, das entspricht einer Verbesserung des thermischen Widerstands von 70%. Wird eine unvorteilhafte Einbaulage gewählt, d. h. die Wärmequelle befindet sich oben, kann der thermischen Widerstand um 55% reduziert werden. Die Ergebnisse sollen im nächsten Jahr auf der internationalen Messe für Leitungselektronik (PCIM) vorgestellt werden.

🚧 ❬Abbildung (Freigabe von Siemens erforderlich)