Universität Passau: Unterschied zwischen den Versionen

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== Prozessüberwachung beim Lichtbogendrahtauftragsschweißen ==
== Prozessüberwachung beim Lichtbogendrahtauftragsschweißen ==


Neben vielen Vorteilen hat das [[WAAM]]-Verfahren auch komplizierte und unausgewogene physikalische, chemische, thermische und metallurgische Eigenschaften. Mängel in Bezug auf Material- und Geometriegenauigkeit sind eng mit den dynamischen Fluideigenschaften des Schmelzbades verbunden. Zum Beispiel kommt es prozessbedingt zu  [[Agglomeration]]en, also Materialanhäufungen, an kritischen Stellen wie Ecken und Kanten und Schweißnahtüberlagerungnen, [[Porenbildung]] und [[Spratzer]]n. Unregelmäßigkeiten in den [[Schweißraupe]]n übertragen sich auf die nächste Schicht. Dies wird zu einem großen Problem, wenn sie sich diese Defekte im Laufe der Zeit aufbauen, weil sich dadurch der Abstand zwischen Düse der Schweißpistole und dem Werkstück ändert und sich folglich der Schweißlichtbogen destabilisiert. Die Geometriegenauigkeit verschlechtert sich kontinuierlich und das gedruckte Teil wird schließlich verworfen.
Ein stabiler Lichtbogenschweißprozess ist entscheidend um qualitativ hochwertige Teile zu produzieren. Der WAAM Prozess ist charakterisiert durch komplizierte physikalische, chemische, thermische und metallurgische Eigenschaften, welche das Schmelzbad und damit die Morphologie der Schweißraupen beeinflussen. Fehler bei der Parametrisierung führen zu einer Reihe von Defekten wie Porenbildung, Spratzer, Oxidation, etc., was mikro- und makroskopische Defekte zur Folge hat. Je komplexer die zu fertigenden Bauteile sind, desto schwieriger ist es, vorab eine geeignete Parametrisierung (Schweißgeschwindigkeit, Drahtvorschub, etc.) festzulegen um eine gleichmäßige Form der Schweißraupen zu garantieren.  
Herkömmlichen WAAM-Systemen fehlt eine schichtinterne Materialauftragskontrolle, um Unregelmäßigkeiten beim Schweißen im Prozess auszugleichen. Grundsätzlich ist das "Einfahren" einer Anlage auf bestimmte Bauteile daher zeitaufwendig und somit teuer. Um WAAM vielseitiger in der Fertigung einsetzen zu können, stellen ein Verfahren vor, das auf Basis von Bilddaten einer Schweißkamera, mittels moderner Machine Learning Methoden und klassischer Bildverarbeitung Unregelmäßigkeiten während des Schweißens detektiert und darauf aufbauend Kompensationsstrategien möglich macht.


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Herkömmlichen WAAM-Systemen fehlt eine schichtinterne Materialauftragskontrolle, um Unregelmäßigkeiten beim Schweißen im Prozess auszugleichen. Mikro- und makroskopische Defekte sind die Folge. Dies schränkt die Freiheit in Bezug auf die Bauteilkomplexität empfindlich ein. Um WAAM vielseitiger in der Fertigung einsetzen zu können, ist eine robuste Methode zur Gewährleistung eines stabilen Schweißprozesses erforderlich.


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Version vom 14. Oktober 2022, 09:25 Uhr

Die Universität Passau (UP) ist die einzige Universität im Regierungsbezirk Niederbayern mit Sitz in Passau. Laut internationalem Times-Higher-Education-Ranking 2022 belegt die Universität einen Rang zwischen 351 und 400 in der Liste der weltbesten Universitäten. Im THE Young University Ranking 2022, welches nur Universitäten enthält, die innerhalb der letzten 50 Jahre gegründet wurden, erzielte die Universität Passau im weltweiten Vergleich Rang 44.

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Institut FORWISS

Im Jahr 2005 wurde FORWISS als Institut für Softwaresysteme in technischen Anwendungen der Informatik an der Universität Passau eingerichtet. Optische Messtechnik, digitale Bild- und Signalverarbeitung sowie algorithmische Methoden zur Datenvorverarbeitung und Qualitätssicherung für additive Fertigungsverfahren stellen Kernkompetenzen des Institutes dar. In den Anwendungen geht es meist um die Integration von Softwareprogrammen oder Softwarebibliotheken in innovative technische Systeme zur Produktion oder zur Qualitätskontrolle, die effiziente, leistungsfähige und robuste Softwarelösungen benötigen. Für ein System zur Lackfehlerkontrolle von Karosserien erhielt FORWISS im Jahr 2014 zusammen mit dem Industriepartner den Innovationspreis Bayern in der Kategorie „Kooperation Wirtschaft-Wissenschaft“.

Offizielle Webseite

Aufgaben im Projekt Validad

  • Weiterentwicklung der Fertigungstechnologie Wire-Arc Additive Manufacturing (WAAM).
  • Entwicklung und labormäßige Realisierung einer Online-Prozessüberwachung für das WAAM-Verfahren.
    Ziel ist das Erkennen von Prozessabweichungen beim Lichtbogendrahtauftragsschweißen mit wissenschaftlicher Auswertung von Schweißkamera-Daten.

Prozessüberwachung beim Lichtbogendrahtauftragsschweißen

Ein stabiler Lichtbogenschweißprozess ist entscheidend um qualitativ hochwertige Teile zu produzieren. Der WAAM Prozess ist charakterisiert durch komplizierte physikalische, chemische, thermische und metallurgische Eigenschaften, welche das Schmelzbad und damit die Morphologie der Schweißraupen beeinflussen. Fehler bei der Parametrisierung führen zu einer Reihe von Defekten wie Porenbildung, Spratzer, Oxidation, etc., was mikro- und makroskopische Defekte zur Folge hat. Je komplexer die zu fertigenden Bauteile sind, desto schwieriger ist es, vorab eine geeignete Parametrisierung (Schweißgeschwindigkeit, Drahtvorschub, etc.) festzulegen um eine gleichmäßige Form der Schweißraupen zu garantieren. Herkömmlichen WAAM-Systemen fehlt eine schichtinterne Materialauftragskontrolle, um Unregelmäßigkeiten beim Schweißen im Prozess auszugleichen. Grundsätzlich ist das "Einfahren" einer Anlage auf bestimmte Bauteile daher zeitaufwendig und somit teuer. Um WAAM vielseitiger in der Fertigung einsetzen zu können, stellen ein Verfahren vor, das auf Basis von Bilddaten einer Schweißkamera, mittels moderner Machine Learning Methoden und klassischer Bildverarbeitung Unregelmäßigkeiten während des Schweißens detektiert und darauf aufbauend Kompensationsstrategien möglich macht.